Foto: Monika Sandel

Ursprünglich wollte ich einfach nur Wetter vorhersagen und habe gar nicht an eine Präsentation im Radio oder gar Fernsehen gedacht.

Durch den Wechsel vom staatlichen Deutschen Wetterdienst zu Meteomedia bin ich quasi in die Moderation hineingerutscht. Nach ersten schlaflosen Nächten und extremen Lampenfieberschüben kam die Routine zuerst im Radio, später dann auch im Fernsehen.

Von Anfang an wurde frei, d.h. ohne Teleprompter gearbeitet!
Das fiel mir auch nie besonders schwer, denn wenn man den Wetterbericht selbst erstellt, geht einem der Stoff zum Erzählen nie aus. Selbst Systemabstürze kann man somit problemlos überbrücken!

Bei meist nur 1:30 bis 2:00 Minuten Sendezeit ist es schwierig auf alle Regionen Deutschlands einzugehen.
Dennoch versuche ich stets lokale Effekte herauszuarbeiten und das Wetter so genau wie möglich vorherzusagen.

Prinzipiell ist jede Wettervorhersage falsch! Warum?
Bereits die Grundlagen einer Prognose, nämlich Analyse und Messung von Parametern, sind mit Fehlern behaftet. Diese Fehler vergrößern sich exponentiell je weiter man in die Zukunft rechnet.

Es kommt daher nur darauf an den Fehler so klein wie möglich, am besten für den Zuschauer nicht spürbar zu halten. Wenn ich 30,0 Grad vorhersage und es werden am Ende nur 28,7 Grad ist die Prognose streng genommen falsch aber dennoch akzeptabel, weil der Fehler nicht "spürbar" ist. Anders sieht es aus, wenn es bei sonnig vorhergesagtem Wetter in Strömen regnet! Das passiert heutzutage aber kaum noch.

Die Trefferquote der Prognose ist stark abhängig von der Wetterlage und der zeitlichen sowie räumlichen Auflösung. Je präziser die Vorhersage formuliert wird, desto höher die Fehlprognosewahrscheinlichkeit!

Einen groben Trend kann man heutzutage immerhin schon für die nächsten 6 bis manchmal sogar 15 Tage abgeben.


Sendetermine:

ARD - Morgenmagazin: 10.-14.07.2017 und 24. bis 29.07.2017    www.ard-morgenmagazin.de

Wetter vor acht und Tagesthemen: 05. und 12.Oktober.2017 sowie ARD-Regionalprogramme